Institut für Substanzunterstützte Therapie

IST

Es gibt große Neuigkeiten, die zu teilen ich mich sehr freue: das Institut für Substanzunterstützte Therapie e.V. gibt es zwar eigentlich schon seit zwanzig Jahren, aber von nun an steht es auf ganz neuen organisatorischen Füßen.

Psychedelische Substanzen werden in schamanischem Kontext schon lange verwendet, und das nicht nur in Südamerika. Das immense therapeutische Potenzial wurde ab den 1940er Jahren schließlich auch den Vertretern der westlichen Forschung bewusst – bis das Verbot von „Betäubungsmitteln“ sowohl die therapeutische Praxis als auch die Wissenschaft abrupt ausgebremst hat. Und das, obwohl die Substanzen, um die es hier geht, so ziemlich das glatte Gegenteil von Betäubungs-Mitteln sind. Die Forschung läuft seit einigen Jahren wieder an, und quasi druckfrisch ist seit dem Sommer 2025 ausgewählten Institutionen der „compassionate use“ von Psilocybin offiziell erlaubt.

Aber was bringt das mit sich? Ist das Setting, das sich vor allem im klinischen Kontext aus den wissenschaftlichen Studien entwickelt hat, das einzig denkbare? Bezeichnend, dass bei der Vorstellung der EPIsoDE-Studie im September 2024 in Mannheim die beteiligten Therapeuten auf die Frage, in welche Richtung sie ihre eigenen Fertigkeiten in Zukunft ausbauen wollen, durch die Bank gesagt haben: Bodywork. Körperarbeit.

Wenn verschiedene Settings denkbar sind, dann braucht es vielleicht auch unterschiedliche Arten von Ausbildung dafür. Das wird insbesondere dann der Fall sein, wenn in der Zukunft die derzeit gültigen rechtlichen Bestimmungen wieder gelockert werden. Das IST hat es sich zum Ziel gesetzt, Therapieverfahren zu entwickeln und Therapeuten auszubilden.

Und auch wenn die wissenschaftliche Forschung inzwischen wieder intensiv betrieben wird, fehlt doch bisher über weite Strecken der intensive fachliche Austausch zwischen den Praktikern auf diesem Gebiet. Was braucht es, um wirklich gute substanzunterstützte Therapien durchzuführen?

Das IST will eben diesen fachlichen Austausch ermöglichen, mit klarem Schwerpunkt auf der Praxis der therapeutischen Tätigkeit. Eine erste Fachtagung fand Anfang Mai 2026 im Allgäu mit gut 50 Teilnehmern statt und hat sich speziell mit der Rolle der Körperarbeit in der psychedelischen Therapie befasst. Die Videos der Vorträge sind jetzt online. Die nächste Tagung wird am 17. und 18. April 2027 stattfinden und sich mit Aspekten von Musik und Ritual sowie mit herausfordernden Situationen für die Begleiter beschäftigen.

Musik ist in der Tat ein sehr relevanter Faktor in der substanzunterstützten Therapie. Ich habe mich deshalb entschieden, die Playlists des IST hier zu verlinken. Die im Aufbau befindliche praxisorientierte Bibliographie des Instituts wird demnächst folgen.